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Social Media · 15. Juni 2026

Welche Social-Media-Plattform passt zu meinem Unternehmen?

Kaum ein Thema verunsichert kleine Betriebe so sehr wie Social Media. «Muss ich jetzt auch noch auf TikTok?» höre ich oft. Die ehrliche Antwort: Sie müssen nirgends sein, ausser dort, wo Ihre Kundschaft tatsächlich ist. Eine Social-Media-Plattform zu wählen ist keine Frage des neuesten Trends, sondern eine Frage der Zielgruppe. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie ohne Bauchgefühl und ohne Druck den Kanal finden, der zu Ihrem Unternehmen passt.

Vorweg: Lieber ein Kanal, den Sie wirklich pflegen, als vier verwaiste Profile, die seit Monaten still sind. Ein totes Profil schadet mehr, als es nützt.

Fangen Sie nicht bei der Plattform an, sondern bei den Menschen

Der häufigste Fehler ist, mit der Frage «Welche Plattform?» zu starten. Richtig ist die umgekehrte Reihenfolge: Erst die Zielgruppe, dann der Kanal. Stellen Sie sich Ihre typischen Kundinnen und Kunden vor und beantworten Sie ehrlich:

  • Wie alt sind sie ungefähr?
  • Sind es Privatpersonen oder andere Firmen?
  • Wo verbringen sie ihre Zeit online, scrollen sie abends durch Bilder, schauen sie kurze Videos, oder lesen sie eher Fachliches?
  • Suchen sie nach Inspiration, nach Lösungen oder nach einem konkreten Anbieter in der Nähe?

Wenn Sie diese vier Fragen beantworten, haben Sie die halbe Entscheidung schon getroffen. Der Kanal ergibt sich dann fast von selbst.

Die wichtigsten Plattformen im Kurzporträt

Damit Sie eine Orientierung haben, hier die Kanäle, die für Schweizer KMU am ehesten infrage kommen, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Instagram: stark bei allem Visuellen. Gastronomie, Handwerk mit schönen Ergebnissen, Mode, Coiffure, Floristik. Wer etwas zeigen kann, das gut aussieht, ist hier richtig.
  • Facebook: immer noch breit genutzt, besonders bei Menschen ab 35. Gut für lokale Bekanntheit, Veranstaltungen und Gemeinschaft in der Region.
  • LinkedIn: der Kanal für Geschäftskunden. Wenn Sie andere Firmen ansprechen, Fachkräfte suchen oder Expertise zeigen wollen, sind Sie hier richtig.
  • TikTok: kurze Videos, jüngeres Publikum. Lohnt sich, wenn Sie Freude an Bewegtbild haben und eine junge Zielgruppe erreichen wollen.
  • YouTube: ideal für Anleitungen und Erklärungen. Wer Wissen vermittelt oder Produkte zeigt, baut hier etwas Dauerhaftes auf.

Beachten Sie: Es geht nicht darum, welche Plattform die meisten Nutzer hat, sondern welche die richtigen für Sie hat.

Spielt Ihre Branche eine Rolle? Ja, aber anders, als Sie denken

Viele glauben, es gäbe für jede Branche genau einen richtigen Kanal. So einfach ist es nicht. Ein Schreiner kann auf Instagram mit Bildern seiner Möbel glänzen, oder auf LinkedIn, wenn er Büroeinrichtungen für Firmen baut. Dieselbe Branche, zwei völlig verschiedene Zielgruppen, zwei verschiedene Kanäle. Genau deshalb beginnt alles bei den Menschen, nicht bei der Branche.

Fragen Sie sich auch, was Sie überhaupt zeigen können. Haben Sie sichtbare Ergebnisse? Dann ist ein bildstarker Kanal naheliegend. Ist Ihre Leistung eher beratend und unsichtbar? Dann zählen Text, Erklärung und Vertrauen, und ein Kanal wie LinkedIn oder gute Inhalte auf der eigenen Webseite passen besser.

Was Sie leisten können, zählt mehr als die perfekte Wahl

Social Media kostet Zeit, und zwar regelmässig. Bevor Sie sich für einen Kanal entscheiden, schätzen Sie ehrlich ein, wie viel Aufwand Sie dauerhaft tragen können. Ein gepflegtes Profil mit einem Beitrag pro Woche wirkt seriöser als ein hektischer Start, der nach drei Wochen versandet.

Mein Rat an die meisten KMU: Wählen Sie einen einzigen Kanal, lernen Sie ihn kennen, und bleiben Sie dran. Wenn das läuft, können Sie immer noch erweitern. Niemand erwartet von einem kleinen Betrieb, überall gleichzeitig präsent zu sein.

Social Media ersetzt Ihre Webseite nicht

Ein Punkt, der oft untergeht: Ein Social-Media-Profil gehört Ihnen nicht wirklich. Die Plattform bestimmt die Regeln, ändert sie nach Belieben und kann Ihre Reichweite von heute auf morgen beschneiden. Ihre eigene Webseite dagegen gehört Ihnen, sie ist Ihr Zuhause im Netz, das niemand abschalten kann.

Am besten arbeiten beide zusammen: Social Media weckt Aufmerksamkeit und Sympathie, Ihre Webseite verwandelt Interesse in eine Anfrage. Wer auf Instagram begeistert ist, soll mit einem Klick auf Ihre Seite kommen und dort alles Wichtige finden. Verlinken Sie deshalb in Ihrem Profil immer auf Ihre Webseite, und sorgen Sie dafür, dass diese die Erwartung auch einlöst. Wie Sie Besucher in Anfragen verwandeln, vertiefe ich in weiteren Beiträgen.

So treffen Sie die Entscheidung in drei Schritten

Damit Sie nicht im Grübeln stecken bleiben, hier ein einfacher Weg:

  • Schritt 1: Beschreiben Sie Ihre Wunschkundschaft in zwei, drei Sätzen.
  • Schritt 2: Überlegen Sie, wo diese Menschen sich online aufhalten und ob Sie ihnen dort etwas Sehens- oder Lesenswertes bieten können.
  • Schritt 3: Wählen Sie genau einen Kanal, der beides erfüllt, und starten Sie klein, aber regelmässig.

Diese drei Schritte ersparen Ihnen Monate des Ausprobierens auf den falschen Plattformen.

Sie sind unsicher, welcher Kanal zu Ihnen passt, oder wie er mit Ihrer Webseite zusammenspielt? Schreiben Sie mir unverbindlich über das Kontaktformular. Wir schauen Ihre Zielgruppe gemeinsam an und finden den Weg, der zu Ihrem Betrieb und Ihrer Zeit passt.

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