Inhalte · 15. Juni 2026
Alt-Texte für Bilder: Barrierefreiheit und SEO in einem

Jedes Bild auf Ihrer Webseite kann einen kurzen Text mitführen, den man auf den ersten Blick gar nicht sieht: den Alt-Text. «Alt» steht für «alternativ», es ist die Beschreibung, die einspringt, wenn das Bild selbst nicht ankommt. Das klingt nach einem Detail, ist aber eine der unauffälligsten Stellen, an denen Barrierefreiheit und SEO zusammenfallen. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wofür Alt-Texte da sind und wie Sie sie so formulieren, dass sie wirklich etwas bringen.
Das Schöne daran: Wenn Sie ein Bild ehrlich und klar beschreiben, haben Sie meist schon alles richtig gemacht, für Menschen und für Google gleichermassen.
Was ein Alt-Text überhaupt ist
Der Alt-Text ist eine kurze Beschreibung, die im Code direkt beim Bild hinterlegt wird. Sichtbar wird er in drei Situationen:
- Ein Mensch nutzt einen Screenreader, eine Software, die den Bildschirm vorliest. Sie liest dann den Alt-Text vor, weil ein blinder Nutzer das Bild nicht sehen kann.
- Das Bild lädt nicht, etwa bei schlechter Verbindung. Dann erscheint der Text an seiner Stelle.
- Google «sieht» Ihr Bild nicht wie ein Mensch. Es liest den Alt-Text, um zu verstehen, was darauf zu sehen ist.
Ein und derselbe Satz erfüllt also gleich drei Aufgaben. Genau deshalb lohnt es sich, ihn nicht einfach leer zu lassen.
Warum Alt-Texte für die Barrierefreiheit zählen
Stellen Sie sich vor, jemand kann Ihre Bilder nicht sehen und navigiert per Vorlesefunktion durch die Seite. Ohne Alt-Text hört diese Person nur «Grafik» oder den nichtssagenden Dateinamen. Mit einem guten Alt-Text hört sie stattdessen: «Handwerker streicht eine Holzfassade mit weisser Farbe.» Plötzlich ergibt die Seite einen Sinn.
Barrierefreiheit ist in der Schweiz nicht nur eine nette Geste. Für öffentliche Stellen ist sie vorgeschrieben, und auch für private Anbieter wird sie zunehmend zum Standard. Vor allem aber ist sie schlicht fair: Rund jeder zehnte Mensch ist auf irgendeine Form von Unterstützung beim Surfen angewiesen. Ein durchdachter Alt-Text kostet Sie eine Minute und öffnet diesen Menschen die Tür.
Warum Google die Alt-Texte liebt
Suchmaschinen werden immer besser darin, Bilder zu deuten, aber der Alt-Text bleibt das deutlichste Signal, was ein Bild zeigt. Davon profitieren Sie doppelt:
- Ihre Bilder können in der Google-Bildersuche auftauchen und zusätzlichen Besuch bringen.
- Der Alt-Text hilft Google, den Zusammenhang der ganzen Seite besser zu verstehen, was indirekt dem Ranking hilft.
Wichtig ist die Reihenfolge im Kopf: Schreiben Sie den Alt-Text zuerst für den Menschen, der ihn hört, nicht für die Suchmaschine. Wenn das passende Suchwort natürlich hineinpasst, gut. Wenn nicht, lassen Sie es weg. Eine ehrliche Beschreibung schlägt jede erzwungene Keyword-Sammlung.
So formulieren Sie eine gute Bildbeschreibung
Ein guter Alt-Text ist kurz, konkret und beschreibt, was wirklich zu sehen ist. Ein paar einfache Faustregeln:
- Konkret statt vage: «Rotes Rennrad an einer Steinmauer» statt nur «Fahrrad».
- Kurz halten: Ein Satz reicht meist. Niemand möchte einen Roman vorgelesen bekommen.
- Den Zweck bedenken: Beschreiben Sie, was für die Seite relevant ist. Auf einer Seite über Schaffhausen ist der Rheinfall der Punkt, nicht die Wolke am Himmel.
- Keine Floskeln: Lassen Sie «Bild von» oder «Foto von» weg. Dass es ein Bild ist, weiss der Screenreader schon.
- Das wichtige Wort natürlich einbauen: Wenn Sie eine Schreinerei in Winterthur sind, darf «Schreiner bei der Arbeit in der Werkstatt» durchaus so heissen, aber nur, wenn es stimmt.
Wann ein Bild keinen Alt-Text braucht
Nicht jedes Bild trägt Information. Reine Schmuckelemente, ein dekorativer Trennstrich, ein Hintergrundmuster, ein verzierender Kringel, brauchen keinen beschreibenden Alt-Text. Im Gegenteil: Würden Sie jedes Deko-Element vorlesen lassen, wäre das für blinde Nutzer eher störend.
Für solche Fälle gibt es den leeren Alt-Text (technisch ein leeres alt-Attribut). Er sagt dem Screenreader: «Hier ist nichts Wichtiges, überspring das.» Das ist etwas völlig anderes, als das Attribut ganz wegzulassen, dann liest die Software nämlich oft hilflos den Dateinamen vor. Diese Unterscheidung übernimmt in der Regel die Person, die Ihre Seite baut.
So prüfen Sie Ihre eigenen Bilder
Sie brauchen dafür kein Fachwissen. Gehen Sie Ihre wichtigsten Seiten durch und fragen Sie sich bei jedem Bild: Wenn ich dieses Bild nicht sehen könnte, würde mir ein vorgelesener Satz erklären, was hier los ist? Ein paar Anhaltspunkte:
- Tragen die inhaltlich wichtigen Bilder eine verständliche Beschreibung?
- Stehen dort echte Sätze, oder nur Dateinamen wie «IMG_2043»?
- Sind reine Deko-Bilder als solche markiert, statt unnötig beschrieben?
Wenn Sie beim Lesen ins Stolpern geraten, weiss ein Screenreader vermutlich genauso wenig anzufangen damit.
Alt-Texte sind eine dieser kleinen Sorgfältigkeiten, die niemandem auffallen, solange sie da sind, und die einen grossen Unterschied machen, sobald sie fehlen. Wenn Sie mögen, schaue ich mir Ihre bestehenden Bilder an oder richte das beim Aufbau Ihrer neuen Seite gleich sauber ein. Melden Sie sich einfach über das Kontaktformular, und wir besprechen, was sich für Sie lohnt. Weitere praktische Tipps für KMU finden Sie in meinen weiteren Beiträgen.


