Inhalte · 15. Juni 2026
Redaktionskalender erstellen: Content planbar statt zufällig

Die meisten Webseiten von KMU haben ein Blog, und das letzte Datum darin ist zwei Jahre alt. Das kenne ich aus vielen Gesprächen. Nicht, weil niemand schreiben will, sondern weil es im Alltag untergeht. Man wartet auf den «richtigen Moment» und die gute Idee, und beides kommt selten gleichzeitig. Genau hier hilft ein Redaktionskalender: ein simpler Plan, der festlegt, welches Thema wann erscheint. So wird aus zufälligem Content ein verlässlicher Rhythmus.
In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie einen solchen Plan aufbauen, ohne Marketing-Abteilung, ohne teure Software, mit dem, was Sie ohnehin schon wissen.
Warum Kontinuität mehr zählt als Perfektion
Google belohnt Webseiten, die regelmässig frische, hilfreiche Inhalte liefern. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Viel wichtiger: Kontinuität schafft Vertrauen bei Menschen. Wer sieht, dass Sie monatlich etwas Brauchbares veröffentlichen, hält Sie für aktiv und kompetent. Ein verwaistes Blog mit Beiträgen von 2022 sendet das Gegenteil.
Der grösste Fehler ist nicht, zu selten zu schreiben, sondern auf den perfekten Beitrag zu warten. Ein solider Text, der eine echte Frage beantwortet und tatsächlich erscheint, schlägt jeden perfekten Entwurf, der in der Schublade liegt.
Themen finden: Sie haben schon genug
Die häufigste Sorge lautet: «Worüber soll ich überhaupt schreiben?» Die Antwort liegt näher, als Sie denken. Ihre besten Themen entstehen aus dem, was Sie täglich tun:
- Kundenfragen: Welche drei Fragen hören Sie immer wieder? Jede davon ist ein Beitrag. Was Kunden fragen, googeln auch andere.
- Ihr Fachwissen: Dinge, die für Sie selbstverständlich sind, sind für Laien Gold wert. «Worauf muss ich achten bei…» funktioniert fast immer.
- Saisonales: Gibt es in Ihrer Branche Zeiten, in denen bestimmte Themen aktuell werden? Planen Sie diese vor.
- Anlässe und Neuigkeiten: ein neues Angebot, ein abgeschlossenes Projekt, eine Änderung in Ihrer Branche.
Setzen Sie sich einmal eine halbe Stunde hin und sammeln Sie zwanzig Themen. Das reicht für fast zwei Jahre, wenn Sie monatlich veröffentlichen.
So bauen Sie Ihren Redaktionskalender auf
Ein Redaktionskalender muss nicht kompliziert sein. Eine einfache Tabelle genügt, in Excel, Google Sheets oder sogar auf Papier. Wichtig sind nur wenige Spalten:
- Datum: Wann soll der Beitrag erscheinen?
- Thema und Keyword: Worum geht es, und wonach würde jemand bei Google suchen?
- Status: Idee, in Arbeit, fertig, veröffentlicht.
- Notizen: Stichworte, die Ihnen beim Schreiben den Einstieg erleichtern.
Legen Sie zu Jahresbeginn die groben Themen fest, ein Thema pro Monat. Sie müssen nicht alles im Detail planen, ein gefüllter Rahmen reicht. Wenn spontan ein aktuelles Thema dazukommt, schieben Sie ein anderes nach hinten. Der Plan ist Ihr Werkzeug, nicht Ihr Gefängnis.
Einen Rhythmus wählen, den Sie durchhalten
Hier scheitern die meisten: Sie nehmen sich zu viel vor. Ein wöchentlicher Beitrag klingt ambitioniert, ist aber neben dem Tagesgeschäft kaum zu halten. Lieber ehrlich planen. Für die meisten KMU ist ein guter Beitrag pro Monat ideal, machbar und wirkungsvoll genug, damit Google und Kunden Sie als aktiv wahrnehmen.
Wählen Sie einen festen Tag, etwa den ersten Montag im Monat. Was im Kalender steht und einen Termin hat, passiert eher. Was «irgendwann» geschehen soll, passiert nie.
Vom Plan zum fertigen Text
Ein Kalender plant, geschrieben werden muss trotzdem. Ein paar Kniffe machen es leichter:
- Vorproduzieren: Schreiben Sie an einem ruhigen Tag zwei oder drei Beiträge auf Vorrat. So überbrücken Sie hektische Wochen, ohne dass eine Lücke entsteht.
- Klein anfangen: 600 bis 800 Wörter, die eine Frage gründlich beantworten, reichen völlig. Kein Roman nötig.
- Intern verlinken: Verknüpfen Sie neue Beiträge mit passenden alten. Das hilft Lesern und Google gleichermassen.
Wenn Ihnen das Schreiben schwerfällt, sprechen Sie den Beitrag einfach so, wie Sie ihn einem Kunden erklären würden, und bringen Sie das anschliessend zu Papier. Authentisch schlägt geschliffen.
Dranbleiben und ehrlich bleiben
Ein Redaktionskalender funktioniert nur, wenn Sie ihn ab und zu anschauen. Nehmen Sie sich am Monatsende zehn Minuten: Was ist erschienen, was steht als Nächstes an, gibt es ein neues Thema? Diese kleine Routine hält das Ganze am Leben. Und wenn ein Monat ausfällt, kein Drama. Weitermachen ist wichtiger als Perfektion.
Ein durchdachter Plan nimmt den Druck raus und macht Content planbar statt zufällig. Wenn Sie mögen, finden Sie unter weitere Beiträge viele Themen, die zeigen, wie so ein Beitrag aussehen kann. Und falls Sie eine Webseite brauchen, auf der sich Inhalte sauber pflegen lassen, schreiben Sie mir unverbindlich über das Kontaktformular, ich schaue mir Ihre Situation gerne an.


