GRAFWERK

Analytics · 15. Juni 2026

Google Analytics 4 einrichten: die Schritt-für-Schritt-Anleitung

«Ich habe da so ein Google-Analytics-Konto, aber ich verstehe nur Bahnhof.» Diesen Satz höre ich oft, von Handwerkern aus Schaffhausen, von kleinen Praxen in Winterthur, von Leuten, die einfach wissen möchten, ob ihre Webseite überhaupt jemand besucht. Die gute Nachricht: GA4 einrichten ist kein Hexenwerk. Sie brauchen kein Technikstudium, sondern eine halbe Stunde Zeit und eine Anleitung, die Sie nicht im Stich lässt. Genau die bekommen Sie hier.

Ich gehe mit Ihnen Schritt für Schritt durch, vom leeren Konto bis zum Moment, in dem Sie zum ersten Mal echte Besucherzahlen sehen. Ohne Fachjargon, ohne Umwege.

Was ist GA4 überhaupt, und warum sollten Sie es nutzen?

Google Analytics 4 (kurz GA4) ist das kostenlose Statistik-Werkzeug von Google. Es zeigt Ihnen, wie viele Menschen Ihre Webseite besuchen, woher sie kommen, welche Seiten sie anschauen und ob sie am Ende auf «Anrufen» oder «Kontakt» klicken. Kurz: Sie sehen, ob Ihre Webseite ihren Job macht.

GA4 hat die alte Version «Universal Analytics» abgelöst. Wenn Sie also noch eine alte Anleitung im Kopf haben, die gilt nicht mehr. Heute ist alles ereignisbasiert, was kompliziert klingt, in der Praxis aber bedeutet: GA4 misst von Haus aus mehr, als Sie denken.

Schritt 1: Ein Google-Konto und das Analytics-Konto anlegen

Zuerst brauchen Sie ein ganz normales Google-Konto, dasselbe, das Sie vielleicht schon für Gmail nutzen. Damit gehen Sie auf analytics.google.com und klicken auf «Jetzt starten».

Nun legen Sie drei Dinge an, die aufeinander aufbauen:

  • Konto: die oberste Ebene. Geben Sie hier am besten Ihren Firmennamen ein, etwa «Muster Treuhand GmbH».
  • Property: das ist Ihre eigentliche Messstelle für eine Webseite. Vergeben Sie einen klaren Namen wie «Webseite muster-treuhand.ch».
  • Zeitzone und Währung: stellen Sie hier «Schweiz» und «CHF» ein. Das klingt nebensächlich, sorgt aber dafür, dass Ihre Berichte zur richtigen Tageszeit zählen.

Bei den Fragen zu Branche und Unternehmensgrösse wählen Sie einfach das, was am ehesten passt. Diese Angaben ändern nichts an der Messung.

Schritt 2: Den Datenstream einrichten

Jetzt kommt das Herzstück. Ein Datenstream ist die Verbindung zwischen Ihrer Webseite und GA4, der Kanal, durch den die Daten fliessen. Nach dem Anlegen der Property fragt Google, was Sie messen möchten. Wählen Sie «Web».

Tragen Sie die Adresse Ihrer Webseite ein (zum Beispiel www.muster-treuhand.ch) und geben Sie dem Stream einen Namen. Klicken Sie auf «Stream erstellen». Fertig, Sie haben soeben Ihren Datenstream eingerichtet.

Auf der nächsten Seite zeigt Ihnen Google eine sogenannte Mess-ID, die mit «G-» beginnt, etwa «G-XXXXXXXXXX». Diese ID ist wichtig. Sie ist quasi die Hausnummer, an die Ihre Webseite ihre Besucherdaten schickt. Lassen Sie diese Seite offen oder notieren Sie die ID.

Schritt 3: Den Mess-Code in die Webseite einbauen

Damit GA4 etwas zu zählen hat, muss ein kleines Stück Code in Ihre Webseite. Google zeigt Ihnen unter «Tag installieren» den passenden Schnipsel. Wie Sie ihn einbauen, hängt von Ihrer Webseite ab:

  • WordPress: Hier nutzen viele ein Plugin wie «Site Kit by Google». Sie verbinden Ihr Konto, wählen die Property, und das Plugin erledigt den Rest.
  • Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace): Diese Systeme haben oft ein eigenes Feld für die Mess-ID oder den Analytics-Code, meist unter «Einstellungen» oder «Marketing».
  • Handcodierte Webseite: Hier wird der Code direkt in den Kopfbereich jeder Seite eingefügt, einmal sauber gemacht, läuft er überall.

Ein wichtiger Punkt für die Schweiz: Sobald Sie Besucher messen, brauchen Sie in aller Regel einen Cookie-Hinweis, über den die Leute zustimmen können. GA4 sollte erst nach dieser Zustimmung laden. Das ist kein Detail für später, sondern gehört von Anfang an dazu, sonst sammeln Sie Daten, die Sie eigentlich nicht sammeln dürften.

Schritt 4: Prüfen, ob alles funktioniert

Jetzt der schönste Moment: Funktioniert es? Öffnen Sie Ihre Webseite in einem neuen Browser-Fenster und klicken Sie sich durch ein paar Seiten. Gehen Sie dann in GA4 auf «Berichte» und dort auf «Echtzeit».

Wenn alles richtig läuft, sehen Sie sich dort selbst als aktiven Nutzer, meist innerhalb weniger Sekunden. Das ist der Beweis, dass Ihr Datenstream sauber eingerichtet ist und Daten ankommen. Sehen Sie nichts, ist meist die Mess-ID falsch eingetragen oder der Code noch nicht aktiv.

Schritt 5: Die ersten sinnvollen Einstellungen

GA4 läuft jetzt. Drei kleine Anpassungen holen mehr daraus:

  • Datenaufbewahrung verlängern: Standardmässig speichert GA4 nur zwei Monate Detaildaten. Unter «Verwaltung» können Sie das auf 14 Monate stellen, kostenlos und sinnvoll.
  • Eigene Besuche ausblenden: Damit Ihre täglichen Kontrollbesuche die Statistik nicht verfälschen, lässt sich der eigene Datenverkehr herausfiltern.
  • Wichtige Ereignisse markieren: Legen Sie fest, was für Sie ein Erfolg ist, ein Klick auf die Telefonnummer, ein abgeschicktes Kontaktformular. So sehen Sie nicht nur Besucher, sondern echte Anfragen.

Damit haben Sie das Wesentliche. Sie müssen nicht jeden Bericht verstehen, schon der Blick auf Besucherzahlen und Herkunft sagt Ihnen erstaunlich viel über Ihre Webseite.

Lohnt sich der Aufwand für ein kleines KMU?

Ehrliche Antwort: Ja, fast immer. Selbst wenn Sie nur einmal im Monat reinschauen, wissen Sie dann, ob Ihre Webseite Besucher bringt, ob Ihr Eintrag bei Google funktioniert und ob sich Ihre Anstrengungen lohnen. Ohne diese Zahlen tappen Sie im Dunkeln und entscheiden aus dem Bauch heraus.

GA4 einrichten ist gut investierte Zeit, und mit dieser Anleitung schaffen Sie es selbst. Wenn Sie irgendwo hängen bleiben, beim Cookie-Hinweis unsicher sind oder einfach möchten, dass jemand das sauber und rechtskonform für Sie aufsetzt: Melden Sie sich gern über das Kontaktformular. Und wenn Sie tiefer ins Thema Webseite und Sichtbarkeit eintauchen wollen, finden Sie in weiteren Beiträgen noch mehr Praxiswissen für Schweizer KMU.

Das könnte Sie auch interessieren