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Analytics · 15. Juni 2026

GA4 verstehen: Die wichtigsten Kennzahlen für KMU

Sie haben Google Analytics 4 auf Ihrer Webseite, loggen sich ein - und stehen vor einem Dashboard voller Begriffe, die niemand erklärt hat. Geht es Ihnen so, sind Sie nicht allein. Die meisten KMU-Inhaberinnen und -Inhaber, mit denen ich spreche, schauen ein-, zweimal rein und machen dann wieder zu. Schade, denn ein paar wenige GA4 Kennzahlen verraten Ihnen sehr genau, ob Ihre Webseite arbeitet oder nur existiert. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, welche Zahlen das sind und wie Sie sie richtig deuten - ohne Fachjargon.

Wichtig vorweg: Sie müssen nicht alles verstehen. Sie brauchen eine Handvoll Metriken, die zu Ihren Zielen passen. Den Rest dürfen Sie getrost ignorieren.

Warum GA4 sich anders anfühlt als früher

Wenn Sie das alte Google Analytics kannten, wirkt GA4 zunächst ungewohnt. Der Grund: GA4 denkt nicht mehr in Seitenaufrufen, sondern in Ereignissen. Jeder Klick, jedes Scrollen, jeder Seitenaufruf ist ein Ereignis. Das klingt technisch, hat aber einen praktischen Vorteil - Sie sehen nicht nur, dass jemand da war, sondern was er getan hat.

Für den Alltag heisst das: Lassen Sie sich von der Begriffsflut nicht abschrecken. Die folgenden Kennzahlen reichen für eine fundierte Einschätzung völlig aus.

Die Kennzahlen, die wirklich zählen

Hier sind die Metriken, auf die ich bei einem KMU als Erstes schaue:

  • Nutzer (Users): Wie viele verschiedene Menschen waren auf Ihrer Seite. Die ehrlichste Zahl für Ihre Reichweite.
  • Sitzungen (Sessions): Wie oft Ihre Seite besucht wurde. Eine Person kann mehrere Sitzungen auslösen - etwa morgens und abends.
  • Interaktionsrate (Engagement Rate): Der Anteil der Besuche, bei denen jemand wirklich etwas getan hat. GA4s Ersatz für die alte «Absprungrate» - und deutlich aussagekräftiger.
  • Durchschnittliche Interaktionsdauer: Wie lange Menschen aktiv auf Ihrer Seite verweilen. Verrät, ob Ihr Inhalt fesselt oder langweilt.
  • Conversions (Schlüsselereignisse): Die Aktionen, die Ihnen Geld bringen - Kontaktformular abgeschickt, Anruf geklickt, Termin gebucht.

Diese fünf Zahlen erzählen zusammen eine ganze Geschichte: Wie viele Menschen kommen, wie sehr interessiert sie das, und wie viele werden am Ende zu Kundinnen und Kunden.

Interaktionsrate statt Absprungrate

Eine der häufigsten Verwirrungen: In GA4 gibt es keine klassische Absprungrate mehr im Vordergrund. Stattdessen sehen Sie die Interaktionsrate. Eine «engagierte Sitzung» ist ein Besuch, der länger als zehn Sekunden dauert, eine Conversion auslöst oder mindestens zwei Seiten umfasst.

Der Unterschied ist wichtig. Früher galt ein Besucher, der nur eine Seite las und zufrieden ging, als «Absprung» - obwohl er vielleicht genau die Telefonnummer fand, die er suchte. Die Interaktionsrate misst echtes Interesse statt blosser Klickwege. Eine Rate von 60 Prozent und mehr ist für die meisten KMU-Seiten ein gutes Zeichen.

Woher kommen Ihre Besucher?

Genauso wichtig wie die Anzahl ist die Herkunft. Im Bericht «Akquisition» sehen Sie, über welche Kanäle Menschen zu Ihnen finden:

  • Organische Suche: über Google gefunden - meist Ihr wertvollster Kanal.
  • Direkt: Adresse direkt eingetippt oder als Lesezeichen gespeichert.
  • Verweise (Referral): über einen Link auf einer anderen Webseite.
  • Sozial: aus Instagram, LinkedIn, Facebook und Co.

Wer hier genau hinschaut, trifft bessere Entscheidungen. Kommt fast alles aus der organischen Suche, lohnt sich der Blick auf Ihre Sichtbarkeit bei Google - dazu finden Sie in meinen weiteren Beiträgen konkrete Tipps. Bringt Social Media kaum Besuche, sparen Sie sich vielleicht Aufwand, der woanders besser aufgehoben ist.

Conversions: die einzige Zahl, die zählt

Am Ende geht es nicht um Klicks, sondern um Ergebnisse. Deshalb mein dringender Rat: Definieren Sie in GA4 Ihre Schlüsselereignisse. Überlegen Sie, was ein Besuch für Ihr Geschäft wertvoll macht - ein abgeschicktes Kontaktformular, ein Klick auf Ihre Telefonnummer, eine Anfrage per Mail - und markieren Sie genau diese Aktion als Conversion.

Erst dann wird GA4 zum echten Werkzeug. Sie sehen nicht mehr nur «300 Besucher», sondern «300 Besucher, davon 12 Anfragen». Das ist die Zahl, die wirklich zählt. Ohne dieses Setup bleibt selbst der schönste Bericht nur Statistik ohne Bezug zu Ihrem Umsatz.

Worauf Sie nicht hereinfallen sollten

Zwei Dinge führen KMU regelmässig in die Irre. Erstens: kleine Zahlen überinterpretieren. Wenn Ihre Seite zehn Besuche am Tag hat, sagt ein Tag mit zwei Besuchen wenig aus. Schauen Sie auf Zeiträume von vier Wochen aufwärts, nicht auf einzelne Tage.

Zweitens: blinde Vergleiche. «Eine gute Interaktionsdauer» gibt es nicht universell - ein Blogartikel hat andere Werte als eine Kontaktseite. Vergleichen Sie sich vor allem mit sich selbst: Werden Ihre Zahlen über die Monate besser, sind Sie auf dem richtigen Weg.

Klein anfangen, dranbleiben

Sie müssen GA4 nicht in einem Nachmittag meistern. Loggen Sie sich einmal im Monat ein, schauen Sie auf diese fünf Kennzahlen und fragen Sie sich: Kommen mehr Menschen? Bleiben sie länger? Fragen mehr an? Wenn Sie diese drei Fragen beantworten können, nutzen Sie GA4 bereits besser als die meisten.

Wenn Sie möchten, richte ich GA4 sauber für Ihr Geschäft ein - inklusive der richtigen Conversions und eines kurzen, verständlichen Berichts, den Sie wirklich lesen. Melden Sie sich einfach über das Kontaktformular, dann schauen wir Ihre Zahlen gemeinsam an.

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