SEO · 15. Juni 2026
Keyword-Recherche für Anfänger: So finden Sie die richtigen Suchbegriffe

Sie haben eine schöne Webseite, aber kaum jemand findet sie über Google? Oft liegt das nicht an der Technik, sondern an den Worten. Wenn Ihre Seite nicht die Begriffe verwendet, die Ihre Kunden tatsächlich in die Suche eintippen, gehen Sie schlicht aneinander vorbei. Genau hier setzt die Keyword-Recherche an. Sie klingt nach einer komplizierten Marketing-Disziplin, ist aber im Kern eine ehrliche Frage: Wie suchen Menschen nach dem, was ich anbiete? In diesem Beitrag zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie das selbst herausfinden, ohne Fachjargon und ohne teure Tools.
Was ein Keyword überhaupt ist
Ein Keyword ist einfach der Begriff, den jemand bei Google eingibt. Das kann ein einzelnes Wort sein, meistens ist es aber ein kurzer Satz: «Maler in der Nähe», «Treuhänder Winterthur Kosten» oder «Sauerteigbrot selber backen». Für Ihr Geschäft sind die spannendsten Keywords jene, hinter denen eine konkrete Absicht steckt, jemand, der bereit ist, etwas zu kaufen, zu buchen oder anzufragen.
Wichtig ist der Unterschied zwischen kurzen und langen Suchbegriffen. «Webseite» ist sehr allgemein und hart umkämpft. «Webseite für Schreinerei erstellen lassen» ist länger, spezifischer, und genau diese längeren Begriffe (man nennt sie «Long-Tail») bringen oft die besseren Anfragen, weil die Person schon weiss, was sie will.
Schritt 1: Versetzen Sie sich in Ihre Kunden
Bevor Sie irgendein Werkzeug öffnen, nehmen Sie sich Stift und Papier. Überlegen Sie ganz konkret: Wie würde ein Kunde nach Ihrer Leistung suchen, wenn er Sie noch nicht kennt? Schreiben Sie alles auf, was Ihnen einfällt, ungefiltert.
- Ihre Leistungen: Welche Dienste bieten Sie an? Benennen Sie jeden einzeln.
- Die Probleme Ihrer Kunden: Menschen suchen oft nach dem Problem, nicht nach der Lösung, «Wasserhahn tropft» statt «Sanitärinstallateur».
- Ihre Region: Ort und Umgebung gehören dazu, etwa «Schaffhausen» oder «Region Winterthur».
- Die Sprache Ihrer Kunden: Verwenden Sie die Worte, die Ihre Kunden benutzen, nicht das interne Fachvokabular.
Dieser erste Wortspeicher ist Ihr Fundament. Niemand kennt Ihr Geschäft besser als Sie selbst.
Schritt 2: Lassen Sie sich von Google helfen
Jetzt wird es konkret, und kostenlos. Google selbst verrät Ihnen, wonach die Leute suchen. Geben Sie einen Ihrer Begriffe in die Suche ein und beobachten Sie:
- Die Autovervollständigung: Während Sie tippen, schlägt Google echte, häufige Suchanfragen vor. Das ist Gold wert.
- «Ähnliche Fragen»: Mitten in den Ergebnissen zeigt Google eine Box mit Fragen, die andere Nutzer stellen. Hier finden Sie Themen für ganze Abschnitte.
- «Ähnliche Suchanfragen»: Ganz unten auf der Ergebnisseite stehen verwandte Begriffe, an die Sie vielleicht nicht gedacht haben.
Notieren Sie alles, was zu Ihrem Angebot passt. Nach einer halben Stunde haben Sie meist eine erstaunlich lange Liste.
Schritt 3: Die richtigen Begriffe auswählen
Jetzt sortieren Sie. Nicht jeder Begriff ist gleich wertvoll. Bei der Auswahl achte ich auf drei Dinge:
- Relevanz: Passt der Begriff wirklich zu dem, was Sie anbieten? Ein Treffer ohne passende Leistung bringt Ihnen nichts.
- Absicht: Will die Person kaufen oder nur stöbern? «Coiffeur Termin buchen» ist wertvoller als «Frisuren-Trends 2026».
- Realistische Chance: Sehr allgemeine Begriffe dominieren die grossen Anbieter. Als kleiner Betrieb gewinnen Sie mit spezifischen, lokalen Begriffen viel leichter.
Mein Tipp: Setzen Sie lieber auf zehn konkrete Long-Tail-Begriffe mit klarer Kaufabsicht als auf ein riesiges, allgemeines Wort, bei dem Sie chancenlos sind. Wer kostenlos einen Blick auf Suchhäufigkeiten werfen will, nutzt den Google Keyword Planner (im kostenlosen Google-Ads-Konto), nötig ist das für den Anfang aber nicht.
Schritt 4: Aus Keywords werden Inhalte
Eine Liste allein bringt noch keine Besucher. Der entscheidende Schritt ist, die Begriffe natürlich in Ihre Seite einzubauen, dort, wo sie hingehören:
- Im Seitentitel und in Überschriften: Das sind die Stellen, denen Google am meisten Gewicht gibt.
- Im Fliesstext: Schreiben Sie für Menschen, nicht für die Maschine. Ein Begriff, der natürlich vorkommt, wirkt immer besser als zehn erzwungene.
- Eine Seite pro Thema: Jedem wichtigen Begriff geben Sie idealerweise eine eigene, gut beschriebene Seite, das ist klarer für Google und für Ihre Besucher.
Wichtig: Wiederholen Sie ein Keyword nicht künstlich immer wieder. Dieses «Keyword-Stuffing» erkennt Google sofort und straft es eher ab. Schreiben Sie ehrlich und hilfreich, das ist heute die beste SEO-Strategie.
Bleiben Sie dran
Keyword-Recherche ist keine einmalige Sache. Die Art, wie Menschen suchen, verändert sich, neue Begriffe kommen dazu. Schauen Sie ein- bis zweimal im Jahr in Ihre Liste und ergänzen Sie, was Ihnen im Kundenkontakt auffällt. Mit der Zeit bekommen Sie ein gutes Gefühl dafür, wie Ihre Kunden ticken.
Wenn Sie möchten, helfe ich Ihnen, die passenden Begriffe zu finden und sauber in Ihre Webseite einzubauen, damit Sie genau dann erscheinen, wenn jemand nach Ihnen sucht. Schauen Sie gern in weitere Beiträge oder melden Sie sich direkt über das Kontaktformular. Ich freue mich auf Ihr Projekt.


